Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn


Das Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn befindet sich im südöstlichsten Ausläufer des Naturparks Thüringer Wald, unmittelbar an der Landesgrenze zum Freistaat Bayern.

Es ist gut erreichbar, denn hier oben auf der sogenannten „Kalten Küche“ treffen die Landesstraße L 1150 von Gräfenthal kommend mit der L 2659 von Steinbach am Wald und der L 1152 vom Markt Tettau aufeinander.

Das Naturparkinformationszentrum wurde am 28. April 2000 eingeweiht.

 
 Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn im Sommer

Dieses markante Datum ist auf ein Ereignis zurückzuführen, das genau 10 Jahre zuvor hier oben stattgefunden hat. „Frei ist der Kammweg“ – so ist auf dem mannshohen Basaltblock am Eingang des Hauses zu lesen. Wurde doch am 28. April 1990 der bis dato mit einer schier unüberwindlichen Barriere versehene Rennsteig zwischen Spechtsbrunn und Kleintettau, zwischen Thüringen und Bayern, endlich wieder geöffnet und unser Kammweg, der über den Thüringer Wald, den Frankenwald und über das Thüringer Schiefergebirge verläuft, wieder in seiner gesamten Länge bewanderbar und befahrbar gemacht.

Das Naturparkinformationszentrum liegt direkt an der Grenze. Hier oben treffen der Naturpark Thüringer Wald, der Naturpark Frankenwald und der Naturparkpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale aufeinander. Auch die Landkreise Sonneberg, Kronach und Saalfeld/Rudolstadt begegnen sich hier.

Am Standort „Kalte Küche“ befinden sich der Rennsteigwanderweg, der Rennsteigradwanderweg und der Lions-Radwanderweg Saalfeld- Kronach. Hier kreuzen sich die Thüringisch-Fränkische Schieferstraße mit der Alten Heer- und Handelsstraße Nürnberg-Leipzig, die hier oben ihren höchsten Punkt erreicht hat. Sagenhafte Geschichten ranken sich um diese ehemals strategisch wichtige Verbindungsachse zwischen Nord und Süd. Nicht zuletzt verdanken die Anliegerorte, so auch Spechtsbrunn, ihre Entstehung und Entwicklung der Existenz dieser Straße.

Auch die jüngere Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen. Wenn wir heute vom „Grünen Band“ sprechen, so muss auch erwähnt werden, dass unmittelbar an der innerdeutschen Grenze auf Thüringer Territorium keine Siedlungen geduldet wurden. An den ehemaligen Ortsteil Christiansgrün, dessen Bewohner schikaniert und davon gejagt wurden, um die Gebäude schließlich dem Erdboden gleich zu machen, erinnert heute eine Gedenktafel.

Gedenktafel Schleifenwiese

Als am 28. April 1990 der Grenzzaun unter Beteiligung von wohl tausend Menschen an der Schleifenwiese entfernt wurde, war ein historisches Ereignis geboren. Dieser Tag ging in die Geschichte ein, war doch von nun an der Höhenweg des Thüringer Waldes, unser Rennsteig  wieder grenzenlos und ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte hier oben zu Ende gegangen.

Jedes Jahr finden sich nun Ende April Wanderfreunde aus Thüringen, Franken und allen anderen Bundesländern zu einer Rennsteigwanderung in Erinnerung  an die erste deutsch-deutsche Rennsteigwanderung zusammen.

 
 Schleifenwiese

Zum 10- jährigen Jubiläum am 28.April 2000 war auch der damalige Finanzminister Andreas Trautvetter unter den Wanderern und weihte das Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn an der Kalten Küche mit ein.

Die Schleifenwiese liegt im sogenannten „Grünen Band“. Der Freistaat Thüringen will den ehemaligen Grenzstreifen in seiner Landschaft und seiner natürlichen Umwelt bewahren und einen sanften Tourismus anstreben. Am „Grünen Band“ und an der Schleifenwiese soll für künftige Generationen deutsch- deutsche Geschichte sichtbar und begreifbar gemacht werden. Der Standort Schleifenwiese ist ein historisches Mahnmal für die Trennung zweier deutscher Staaten und deren Wiedervereinigung.

Ausstellung im Naturparkinformationszentrum

In Kooperation der drei Naturparke Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale wurde die Ausstellung in unserem Naturparkinformationszentrum der Region in Geschichte und Gegenwart gewidmet.

Der Naturpark Thüringer Wald gestaltete das Thema Thüringisch-Fränkische Schieferstraße. Gezeigt werden die verschiedenen Ausgangsformen des Schiefergesteins und die daraus entstandenen Produkte.

 
Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn  

Der Naturpark Frankenwald zeigt sich auf eindrucksvollen Fotos in seiner Vielfalt und Besonderheit. Das Thema Mühlen und Flößerei wird am Modell dargestellt und erläutert. Auch hier ist Geschichte noch greifbar und erlebbar nah. Eine der vier als technische Museen erhaltenen Schneidemühlen zu besuchen, ist gewiss ein besonderes Erlebnis. Zwar wird Holz auf unseren Flüssen und Bächen schon lange Zeit nicht mehr geflößt, d. h. transportiert, aber als Tourismusattraktion ist eine Floßfahrt, ob gemütlich oder lieber rasant, empfehlenswert.Vom Naturpark Thüringer Schiefergebirge kam die Idee, mittels didaktischer Mittel, den Naturparkgedanken weiterzugeben. So steht uns ein Tierstimmentelefon zur Verfügung. Kinder haben hier immer wieder mit großer Begeisterung zugehört.

Wussten Sie, welcher Baum im Herbst seine Nadeln abwirft oder warum junge Wildschweine gestreift sind – Sie können sich auf unserem Fragepult rund um die Natur gern versuchen.

Nicht zuletzt soll die Ausstellung zum Thema „Grünes Band“ erwähnt werden. Das „Grüne Band“ versteht sich als das Gelände, dass sich zwischen dem ehemaligen innerdeutschen Grenzzaun und dem sogenannten Kolonnenweg befand. Dieser über fast drei Jahrzehnte zwar von Menschenhand geschaffene, aber sich weitgehend selbst überlassene Bereich, war ein ideales Rückzugsgebiet für etliche Pflanzen- und Tierarten. Diese Biotope nach der Grenzöffnung zu erhalten, sah und sieht sich die Thüringer Landesregierung verpflichtet. In Zusammenarbeit der Flurneuordnungsämter und der Regionalen Arbeitsgruppen werden Lösungen erarbeitet und Aktivitäten umgesetzt, die einer nachhaltigen Nutzung und Unterschutzstellung dieser Biotope Rechnung tragen.

Öffnungszeiten 

Vom 01. Mai - 31.Oktober
täglich von 10.00 - 14.00 Uhr
außerhalb der Saison Mo-Fr 10.00 - 14.00 Uhr

 
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Adresse 

Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn
Am Rennsteig 1
98743 Spechtsbrunn

Telefon 03 67 03 / 70 81 2
Telefax 03 67 03 / 70 81 3