Rennsteiglauf

Die Geschichte des Rennsteiglaufes begann 1971: Jenaer Studenten wollten nach dem Vorbild der Friedensfahrt einen Orientierungslauf organisieren. Doch die Umstände waren widrig, es blieb ein Testlauf. Den offiziellen 1. GutsMuths-Rennsteiglauf bringt das Jahr 1973. Vier Läufer versuchen sich an 50 Meilen von der Hohen Sonne bei Eisenach bis kurz vor Masserberg. An eine Massenveranstaltung denkt noch keiner, doch bald steigen die Teilnehmerzahlen sprunghaft an, es kommen Läufer, Wanderer, Bergsteiger, vor allem Wintersportler.

 

Legendär die Starts mitten in der Nacht, nur Taschenlampen weisen den Weg. Bald ist die Eigendynamik des einmaligen Laufes nicht mehr zu bremsen. Doch den Sport-Offiziellen des DTSB war er nicht geheuer und sie dachten bis 1976 sogar über ein Verbot des Laufes nach. Letztlich siegte nur Hartnäckigkeit der Südthüringer über die bürokratischen Bedenken. Schon bald mussten die Teilnehmerzahlen limitiert werden. Starterkarten gab's nur bei entsprechenden sportlichen Leistungen und manchmal mit guten Beziehungen. 2002, im Jubiläumsjahr, waren 15.000 Sportler am Start und die meisten auch im Ziel.

 

Rennsteiglauf

 

36. Rennsteiglauf am 17. Mai 2008

Über 15.000 Läufer starteten beim 36. GutsMuths-Rennsteiglauf. Teilnehmer aus 21 Ländern hatten sich angemeldet.  Etwa 1.500 Helfer waren bei dem Großereignis im Einsatz. Inzwischen ist der Lauf das größte Freizeitsport-Ereignis in Thüringen. Auf je vier Lauf- und Wanderstrecken machen sich die Starter auf den Weg. Für sie bereit stehen rund 14.000 Flaschen Schwarzbier, 15.000 Liter alkoholfreie Getränke, 8000 Liter Tee, 22.000 Thüringer Klöße, 13.500 Bananen, 12.000 Äpfel und 10.000 Fruchtschnitten sowie Haferschleim aus 300 Kilogramm Trockenpulver.

Gewinner 2008
Die Königsstrecke war der Supermarathon, der in Eisenach startete. Er führt über 72,7 Kilometer nach Schmiedefeld. Bis Freitagnachmittag waren hierfür 1.710 Teilnehmer gemeldet, während sich für den Marathon, der von Neuhaus am Rennweg über 43,5 Kilometer ebenfalls nach Schmiedefeld führt, 2.962 Läufer gemeldet hatten. Daneben gab es eine "Kurzstrecke", den Halbmarathon. Dieser begann in Oberhof, das nur 21,1 Kilometer von Schmiedefeld entfernt liegt. Mehr als 6.680 Läufer waren über diese Distanz gestartet.

Den Supermarathon über 74 Kilometer gewann wie im Vorjahr Christian Storck aus Kempten mit einer Zeit von 5:16 Stunden. Bei den Frauen feierte Birgit Lennartz aus St. Augustin nach 6:32 Stunden bereits ihren siebten Sieg auf dem Rennsteig. Beim Marathon über 43,5 Kilometer siegten der Erfurter Christian Seiler und Diana Lehmann aus Potsdam. Die Halbmarathon-Distanz wurde bei den Männern von Thüringer Läufern dominiert. Stefan Hubert aus Sömmerda gewann vor Jan Burzik aus Jena und Arne Leipziger aus Erfurt. Bei den Frauen kam die deutsche Meisterin des Vorjahres, Ilona Pfeiffer, aus Osnabrück vor der Oberhoferin Juliane Döll ins Ziel. Biathlon-Weltmeisterin Andrea Henkel wurde Fünfte.

Unzählige Helfer
An der Strecke werden nach Angaben der Veranstalter rund 1.500 Helfer aus mehr als 30 Sportvereinen tummeln. Allein die Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes schickt 180 Leute an 58 Standorte. Wie das DRK ankündigte, werden erstmals auch Defibrillatoren zur schnellen Behandlung von Herzproblemen eingesetzt. Im vergangenen Jahr hatten die Bergwächter rund 500 Läufer vor allem mit Kreislaufproblemen und Sturzverletzungen versorgt.

Prominente auf der Strecke
Ein prominenter Starter war der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus, der mit der Startnummer 15187 und drei Personenschützern den Halbmarathon lief. Althaus kam nach 1:56 Stunden ins Ziel und belegte bei seiner Rennsteiglauf-Premiere von über 6.000 Läufern Platz 1.711. Auch die Thüringer Biathletinnen Sabrina Buchholz Simone Denkinger waren über diese Distanz dabei.

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35. Rennsteiglauf am 19. Mai 2007

11 286 Starter und mehrere Tausend Wanderer
Mit insgesamt 11 286 Läufern sowie mehreren Tausend Wanderern und mehr als 30 000 Zuschauern im Zielort erwies sich die Traditionsveranstaltung erneut als Magnet. „Der Kult-Lauf ist beste Werbung für unseren Freistaat und zeigt mit den Kinderläufen, wie man die Jugend an den Sport heranführen kann“, lobte Ministerpräsident Dieter Althaus das Engagement der Lauf-Enthusiasten und der rund 1500 ehrenamtlichen Helfer aus 30 Vereinen zwischen Eisenach und Neuhaus. Seinen angekündigten Start auf der Halbmarathon-Strecke musste Althaus wegen zweier gebrochener Zehen absagen. „Ich hatte mich bis dahin gut vorbereitet und hoffe, dass es im kommenden Jahr klappt“, bemerkte er. 

Neulinge siegen auf Hauptstrecken
Die Strecken-Neulinge Christian Stork aus Rettenbach bei Kempten und Christian Seiler vom LC Erfurt haben am Samstag die Hauptstrecken bei der 35. Auflage des GutsMuths-Rennsteiglaufs gewonnen.  Beim Marathon über 43,5 km von Neuhaus nach Schmiedefeld war der für den LC Erfurt startende Christian Seiler (Pöllwitz) in 2:42:26 Stunden erfolgreich.

Beim Marathon über 43,5 km von Neuhaus nach Schmiedefeld war der für den LC Erfurt startende Christian Seiler (Pöllwitz) in 2:42:26 Stunden erfolgreich. Bei seinem Marathon-Debüt verwies der Halbmarathon-Sieger der vergangenen drei Jahre mit den beiden Steinheidern Markus Koch (2:48:01) und Steffen Pollak (2:48:31) zwei weitere Thüringer auf die Ehrenplätze. Den Sieg beim im Oberhof gestarteten Halbmarathon über 21,1 km erkämpfte sich Christian Biele (Erfurt). Schnellste Frauen waren die Schweizerin Sonja Knöpfli (Supermarathon/6:11:01) sowie die Potsdamerinnen Diana Lehmann (Marathon/3:15:42) und Anja Carlson (Halbmarathon/1:21:28).

Prominente Sportler auf und neben der Strecke
Das Lauf-Spektakel nutzten erneut zahlreiche Thüringer Top-Athleten des Wintersports zu einer lockeren Trainingseinheit. Biathlon-Juniorenweltmeisterin Juliane Döll lief die drittbeste Zeit im Halbmarathon. Die zweimalige WM-Zweite Claudia Künzel-Nystad war als Sechste im Halbmarathon zwar besser platziert als ihre norwegischer Ehemann Trond (110.), verlor aber in 1:28:49 Stunden bei ihrem Rennsteig-Debüt das Familien-Duell um 19 Sekunden.